Ultraschall (Sonografie)

Wie

Ultraschallwellen sind Schallwellen einer Frequenz, die der Mensch nicht hören kann. Diese Wellen werden vom Körper der Mutter und des Ungeborenen reflektiert und auf einem Bildschirm sichtbar gemacht.

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Ultraschall bei einer Schwangeren durchzuführen: Über die Bauchdecke oder mittels eines stabförmigen Schallkopfes durch die Scheide (vaginaler Ultraschall).

Wann

Der vaginale Ultraschall wird in der frühen Schwangerschaft, zwischen der 6. und der 14. Schwangerschaftswoche, durchgeführt, später ist der Ultraschall über die Bauchdecke günstiger. Zur Zeit sind im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien drei Untersuchungen vorgesehen: 9.-12. Woche; 19.-22. Woche; 29.-32. Woche. Das Ergebnis der Untersuchung liegt sofort vor.

Warum

Beim frühen Ultraschall kann das Alter der Schwangerschaft festgestellt werden. Es wird überprüft, ob Ein- oder Mehrlinge heranwachsen oder eventuell eine Eileiterschwangerschaft besteht. Im Schwangerschaftsverlauf kann das Wachstum kontrolliert werden im Hinblick auf: Lage und Struktur der Placenta (Mutterkuchen), Herzaktionen, Fruchtwassermenge und Erkrankungen benachbarter Organe der Mutter, wie z.B. Myome oder Eierstockcysten. Der Ultraschall kann Hinweise auf Organerkrankungen und Fehlbildungen des Kindes (Nierencysten, Herzfehler, Spina bifida ("offener Rücken"), etc.) und Chromosomenstörungen geben.

Wo

Die Ultraschalluntersuchung wird heute in nahezu jeder gynäkologischen Praxis durchgeführt. Die Aussagekraft hängt jedoch von der technischen Ausstattung des Gerätes und der ärztlichen Erfahrung ab. Spezielle Ultraschalluntersuchungen (oft "Risiko-Ultraschall" genannt) werden in spezialisierten Zentren durchgeführt.

Vor- und Nachteile/Risiken

Viele Befunde der Ultraschalluntersuchung haben keine Konsequenzen. Es gibt jedoch einzelne Befunde, bei denen eine Behandlung möglich ist, z.B. bei Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind oder bei extrem verringerter Fruchtwassermenge. Bei Vorliegen bestimmter Erkrankungen wie z.B. Hydrocephalus ("Wasserkopf"), Spina bifida ("offener Rücken"), Herzfehler etc. kann es sinnvoll sein, die Geburt per Kaiserschnitt oder in einer Klinik mit Anbindung an eine Kinderklinik durchzuführen. Werden bei der Ultraschalluntersuchung Verdachtsdiagnosen gestellt, die sich im Nachhinein nicht bestätigen, kann dies zu unnötigen Folgeuntersuchungen und Verunsicherung der Schwangeren führen. Nach heutigem Wissensstand sind bislang keine medizinischen Risiken für Mutter und Kind bekannt.

Schwangerschaftserleben

Das Schwangerschaftserleben kann sich durch die Ultraschalluntersuchung deutlich positiv wie auch negativ verändern. Stimmt das Untersuchungsergebnis mit dem eigenen Körpergefühl überein, bestärkt dies das Wohlbefinden der Schwangeren. Ein positives Untersuchungsergebnis wirkt sich besonders günstig bei Frauen aus, die in früheren Schwangerschaften Probleme hatten. Bilder und Befunde können das Verhältnis zum Kind intensivieren und festigen. Dies ist auch bei werdenden Vätern zu beobachten. Ultraschallbilder und Befunde können bei Schwangeren auch Zweifel am eigenen Körpergefühl auslösen. Möglicherweise vertrauen sie eher der Technik und ihren Befunden als den eigenen Wahrnehmungen. Im Fall geringfügiger Abweichungen von der Norm fühlen sich Schwangere häufig verunsichert.

 

3D Ultraschall

Der 3D (dreidimensionale) Ultraschall unterscheidet sich für die Schwangere vom Ablauf her nicht von anderen Ultraschall-Untersuchungen. Ein im Ultraschallgerät enthaltener Computer erstellt aus den Daten ein dreidimensionales Bild des ungeborenen Kindes im Mutterleib. Die dreidimensionale Betrachtung ermöglicht eine räumliche Darstellung des ungeborenen Kindes, bzw. einzelner Organe und Körperpartien. Wenn die Umstände günstig sind und das Kind zufällig optimal liegt, können die Schwangeren/die Eltern meist als besonders schön empfundene Bilder des Kindes sehen. Es gilt jedoch Folgendes zu beachten:

  1. Häufig sind bedingt durch die Lage des Kindes, Kindsbewegungen oder andere Umstände die Bilder nicht so, wie die Eltern es aus den Büchern und Zeitschriften kennen.
  2. Bei einem Ultraschall, der ohne besondere Fragestellungen nach Auffälligkeiten sucht, bietet das 3D Verfahren dem Untersucher keine Vorteile gegenüber dem zweidimensionalen Schall.
  3. Die 3D Sonografie ist derzeit nur bei speziellen Fragestellungen (z.B. „offener Rücken“, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte) medizinisch sinnvoll.


4D Ultraschall

Der 4D Ultraschall stellt eine Erweiterung des 3D Ultraschalls dar. Durch Einrechnung der zeitlichen Abläufe entsteht am Ultraschallmonitor ein ständig aktualisiertes, dreidimensionales Bild, in dem sich die Kindsbewegungen fast ohne zeitliche Verzögerung darstellen lassen.

 

 

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