Pränatale Diagnostik - was ist das?

Pränatale Diagnostik umfasst Untersuchungen vor der Geburt, mittels derer festgestellt werden soll, ob bestimmte Erkrankungen oder Fehlbildungen beim Kind vorliegen oder nicht.

Pränatale Diagnostik - Was kann sie leisten? Wo sind ihre Grenzen?

Sie kann die Intaktheit der Schwangerschaft bestätigen.

Mit Hilfe dieser neuen Techniken und Untersuchungsmethoden lässt sich jedoch auch eine begrenzte Anzahl von Erkrankungen oder Behinderungen feststellen.

In Einzelfällen ist es möglich, während der Schwangerschaft Erkrankungen zu behandeln. In den meisten Fällen ist dies allerdings nicht möglich.

Die erhaltenen Informationen haben unter Umständen Konsequenzen für eine bestimmte Art zu gebären, z.B. durch einen geplanten Kaiserschnitt.

Pränatale Diagnostik kann Ihnen trotz unauffälliger Untersuchungsergebnisse keine 100%ige Sicherheit für ein gesundes Kind geben.

Pränatale Diagnostik - welche Untersuchungen gehören dazu?

Bevor Sie sich vielleicht dazu entschließen, pränataldiagnostische Untersuchungen in Anspruch zu nehmen, ist es sinnvoll, sich folgende Fragen zu stellen:

1. Welche Vorstellungen von "Behinderung" und "Krankheit" allgemein habe ich, welche von "Gesundheit" und "Normalität", und wie ist meine Einstellung dazu?

2. Was würde es für mich bedeuten, ein von Geburt an krankes oder behindertes Kind zu bekommen? Welche Ängste oder Befürchtungen löst dieser Gedanke in mir aus? Kann ich mit ausreichender Unterstützung von Seiten meiner Familie oder meines Freundeskreises rechnen? Verfüge ich über ausreichende Informationen bezüglich eventueller Hilfen von außen (Selbsthilfegruppen, finanzielle Unterstützung, öffentliche und/oder private Organisationen)?

3. Wieviel eingriffsbedingtes Risiko bin ich bereit einzugehen, um Informationen über mögliche Erkrankungen oder Behinderungen meines Kindes zu erhalten (z.B. 0,3-1%iges Fehlgeburtsrisiko bei der Fruchtwasseruntersuchung)?

4. Kann ich mir vorstellen, auf Pränatale Diagnostik zu verzichten und damit ein gewisses Risiko einzugehen, ein krankes oder behindertes Kind zu bekommen, von dem ich vor der Geburt nichts weiß?

- Von 100 Frauen, die bei der Geburt 40 Jahre alt sind, erwartet rein statistisch gesehen nur eine Frau ein Kind mit Down-Syndrom (früher "Mongolismus" genannt). Bei jüngeren Frauen ist die statistische Wahrscheinlichkeit für ein solches Kind geringer.

- Die Natur selbst versucht, mögliche Behinderungen oder Erkrankungen bereits in den ersten 3-4 Schwangerschaftsmonaten über eine natürliche Fehlgeburtsrate von ca. 10% zu vermeiden.

- 95-97% aller Kinder kommen bei der Geburt völlig gesund zur Welt!

5. Wie belastbar glaube ich persönlich zu sein? Befürchte ich fehlende Unterstützung durch meinen Partner?

6. Könnte ich mir vorstellen, Hilfe von außen anzunehmen?

7. Bin ich überhaupt bereit, mich mit einem möglichen Schwangerschaftsabbruch auseinanderzusetzen? Nach pränataler Diagnostik würde der Schwangerschaftsabbruch zu einem späten Zeitpunkt (wenn möglicherweise bereits Kindsbewegungen vorhanden sind und eine intensive Beziehung zum Kind besteht) erfolgen. In der Regel handelt es sich um eine eingeleitete Geburt, die eine enorme körperliche und seelische Belastung bedeuten kann.

 

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